Ölpastell und Tempra

Jenseits des Ateliers entstanden Bilder, die der Seele entsprangen. Es sind die unmittelbaren Erlebnisse von Welt, wie Franz Grau sie gesehen hat. Der Künstler benutzte Ölpastellkreiden, um das festzuhalten, was den direkten Blick, das direkte Gefühl anzog. So entstanden beispielsweise die Bilder aus Saint Tropez (1979) oder Südfrankreich. Die Bilder vom Gardasee, von Sizilien und Spanien. All diese Bilder haben eines gemeinsam: Ihnen fehlt der analytische, harte grafische Strich. Der Strich, der schneidet. Grau nutzt zwar auch hier den Strich als rhythmisierendes Element, doch im Vordergrund steht die Farbe. Und selbst der Strich - viel weicher und lebendiger, als in den Atelierbildern - ist konzentrierte Farbe. Kreidig und weich, züngelnd und schattierend setzt er hier die Striche. Das Organische dominiert die Bilder und in ihnen kommt das zum Ausdruck, was sich Grau offenbar nur noch in seinen Portraits (siehe Rötelzeichnungen) gestattete: der weiche, strahlende Ausdruck, der aus reinem Gefühl entspringt und nicht über den Kopf als analytischen Filter läuft. Graus Urlaubsbilder sind Momentaufnahmen seiner Gefühle, die von überschäumender Farbe getragen werden. Farbe die an van Gogh gemahnt, an die Palette Franz Marcs oder an die Rot-Faszination eines William Turner.

Hier bekommen Sie einen kleinen Einblick in diese Arbeiten.